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Rezension zu LOGwords™ Pro Plus

 

 

Januar 2012

 

Walter Dickerhoff

 

Dipl. Logopäde

Kommunikations- und Stimmtrainer

LOGMEDIA (Hrsg)(2011). LOGwords Pro Plus. Logwords. Professionelle Diagnostik-Software für die Arbeit mit Kindern ab 5 Jahren und Jugendlichen. LOGMEDIA. ISBN 978-3-9813737 Logwords wurde als Software-Diagnostikverfahren zur Abklärung des Sprachstandes bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 18 Jahren von Matthias Günthert (dipl. Logopäde, Universität Freiburg, CH) und Markus Brunner (dipl. Logopäde, theoretische Beratung), in Zusammenarbeit mit Pädagogen, Psychologen, Neuropädiatern und Übersetzern (Ausländerdienst Baselland, Schweiz) entwickelt. Das Verfahren erlaubt das „Sprachverständnis in 16 verschiedenen Sprachen“ computerunterstützt ohne Inanspruchnahme von Dolmetschern zu erfassen und „eine valide Aussage über die Teilleistungen im Einzelnen und den Sprachentwicklungsstand eines Kindes“ zu machen. Es wird ein Manual mit einer CD-ROM zur Verfügung gestellt, mit der das Programm problemlos auf Rechnern ab Windows XP installiert werden kann. Aktualisierungen und Programmerweiterungen werden von LOGMEDIA kostenlos zum Download angeboten. Die Handhabung des Programms kann im Manual nachgelesen oder ab Version 1.2 innerhalb jedes Subtests in Form einer Kurzanweisung (inkl. Erklärung zu Tasten und Funktionen, Überblick zum theoretischen Hintergrund) aufgerufen werden. Die Ergebnisse werden für jeden Subtest nach Abschluss der Aufgabe jeweils in einer Übersicht zusammengefasst. Eine Möglichkeit zur Darstellung aller durchgeführten Testteile besteht leider nicht. So können auch patientenspezifische Daten zur späteren Ansicht noch nicht auf dem Computer oder extern gespeichert werden. Es ist daher nötig vor Beenden des Programms die jeweiligen Ergebnisse einzeln auszudrucken oder per Zusatzsoftware (gratis erhältlich) im pdf-Format auf dem Computer zu speichern. LOGmedia plant eine Patientenverwaltung in Form einer tabellarischen und graphischen Verlaufsdiagnostik ins Programm einzuarbeiten. Die neuartige Software beinhaltet die folgenden Bereiche: Artikulation und Wortschatz, Sprachverständnis (Wortschatz passiv, Sprachverständnis (kontextabhängig), Sprachverständnis (grammatische Strukturen), Sinnverständnis, Nachsprechen), auditive Wahrnehmung (selektive Aufmerksamkeit, Differenzierung, Speicherung, Sequenzierung, phonologische Bewusstheit, Figur-Grund-Hören), visuelle Wahrnehmung (Differenzierung, Speicherung & Visuomotorik, Figur-Grund-Sehen, Raumlage, Formkonstanz, Raumplanung & Visuomotorik) Motorik und Mundinspektion. Das Sprachverständnis kann auf Wort-, Satzebene in 16 verschiedenen Sprachen getestet werden: Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Englisch, Portugiesisch, Brasilianisch, Bosnisch, Serbisch, Albanisch, Türkisch, Kurdisch, Polnisch, Griechisch, Russisch und Tamilisch. LOGwords™ bietet in vielen Subtests die Möglichkeit sich vor Testbeginn mit der Art der Aufgabe vertraut zu machen: So kann besipielsweise im Bereich der visuellen Wahrnehmung (Subtest zur „Raumlage“) ein „Pferd“ in alle Richtungen räumlich gedreht werden, um das Verständnis zum Wechsel der Perspektive zu klären und zu sichern. Im Subtest Motorik bietet sich die Möglichkeit alle Aufgaben gestützt durch aufwändige 3D-Animationen zu betrachten, was dem Prinzip einer non-verbalen Anweisung gerade bei fremdsprachigen Kindern sehr entgegen kommt. Die Darstellung des theoretischen Hintergrunds und der Konzeption der Subtests wird im Manual im Hinblick auf die Thematik der Mehrsprachigkeit vielfältig diskutiert und gibt einen Überblick darüber, welche Grundlagen aus Theorie und Wissenschaft im Diagnostikverfahren Anwendung gefunden haben. Fachwissenschaftlich gesehen fehlen vielerorts weiterführende Informationen zur Theorie. Die Autoren verweisen jedoch hierbei auf „die Fachkenntnisse der Anwender, welche für eine schlussfolgernde Interpretation der einzelnen Resultate und deren Zusammenhänge unabdingbar sind“. Das Programm sollte folglich nur von Personen mit dem nötigen fachlichen Verständnis genutzt werden. Statistik und Inhalt Das Verfahren wurde in seinen deutschsprachigen Teilen an einer Stichprobe von „über 1000 Kindern aus Deutschland und der Nordwest-Schweiz standardisiert (Stand Dezember 2011). Die Normen, die die Umrechnung der Rohwerte in T-Werte und Prozentränge, sowie die Standardabweichung angeben, unterscheiden für die 4 unterschiedlichen Altersgruppen zwischen je 101 "Muttersprachlern" und 101 "Fremdsprachlern", wobei die Tabellen-Werte zu den „Fremdsprachen“ „rein informativen Charakter haben und den Durchschnitt aller 15 Fremdsprachen wiedergeben“. Wie dies genauer zu verstehen ist, konnte nicht aus dem Manual in Erfahrung gebracht werden. Es werden leider keine Angaben dazu gemacht, in welcher Weise die Stichprobe aus dieser heterogenen Gruppenkonstellation erhoben wurde. Wie uns jedoch bei entsprechender Rückfrage von LOGmedia mitgeteilt wurde, bestehen die Normwerte für die Fremdsprachen aus einer Stichprobe von jeweils 60 Kindern pro Fremdsprache und damit 900 Kindern pro Altersgruppe, was eine beachtliche Gesamtzahl von rund 4000 Kindern ergibt und als Grundlage zur Normierung dient. Bei der Betrachtung der Normen - z.B. im Untertest Sprachverständnis - sind uns dennoch Deckeneffekte aufgefallen. D.h. die Grenzwerte zwischen den einzelnen Leistungswerten (sog. Cut-off-Werte) liegen oft sehr nahe bei einander, wodurch wissenschaftlich gesehen innerhalb der Leistungsgrenzen möglicherweise nicht genügend differenziert werden kann. LOGmedia begründet dies damit, dass das Diagnostikverfahren nicht nur wissenschaftlich, sondern auch praxisorientiert misst und daher diese Erfahrungen bei den Auswertungen in die Abgrenzungen einfliessen. Dennoch erfüllt LOGwords™ die erforderlichen Testgütekriterien im Hinblick auf Objektivität (das Testergebnis kann in Durchführung, Auswertung und Interpretation vom Testleiter nicht beeinflußt werden), Validität (im Sinne einer Messung spezifischer Leistungen in Relation zum Alter) und Fairness ( dieTestwerte führen trotz Erfassung in 16 Sprachen und entsprechender Konzeption zu keiner systematischen Diskriminierung bestimmter ProbandInnen auf Grund ihrer ethnischen, soziokulturellen, bildungsmäßigen oder geschlechtsspezifischen Gruppenzugehörigkeit). Angaben zu Untersuchungen zur Reliabilität (Interne Konsistenz, Interrater-Realiabilität, Paralleltest-Reliabilität, Retest-Reliabilität) fehlen. LOGmedia begründet dies damit, dass „je nach Testform der Nachweis der Reliabilität gerade bei Entwicklungstests häufig schwierig vorzunehmen ist, da die Eigenschaften von Entwicklungstests die möglichen methodischen Zugänge der Reliabilitätsschätzung einschränken (vgl. Petermann & Macha, 2003a).“ Eine Ausweisung dieser Werte ist in Planung. Eindruck LOGwords™ Pro Plus überzeugt durch die Vielfalt seiner Testaufgaben, deren Praktikabilität, durch das hohe Maß an Motivation und die zeitgemäße, kindernahe Umsetzung. Das Programm ist übersichtlich und graphisch sehr ansprechend gestaltet. Es kann schnell bedient werden und zeugt durch seine kurzen Durchführungszeiten von hoher Ökonomie und Nützlichkeit. Daher ist es auch ideal für Fachkräfte, die den alltäglichen Umgang mit einem Computer nicht gewohnt sind. Die Software hat ein großes Entwicklungspotential und bietet einen zukunftsweisenden Ansatz zum Nutzen softwarebasierter Diagnostik. Wie beschrieben, zeigen sich allerdings noch Schwächen in der theoretischen Begründung. Das Konzept der Diagnostik folgt nicht in allen Punkten dem Prinzip eines klassischen Testaufbaus, kann aber durch seine Auswertungsresultate, die an Wissenschaft und Praxis orientiert sind, überzeugen und deutlich punkten. Ausblick Die Software beschreitet neue Wege. Laut Aussage von LOGmedia stützt sich die inhaltliche Weiterentwicklung des Programms unter anderem auch auf die zukünftige Zusammenarbeit mit den damit arbeitenden Therapeuten und Lehrkräften: „LOGwords™ stellt eine stark auf die Kunden abgestimmte Plattform zur diagnostischen Erfassung von Kindern und Jugendlichen dar, wodurch sie immer weiter mit den Ansprüchen und Wünschen der Kunden wachsen wird. LOGwords™ ist selbstverständlich nicht als alleiniges Diagnostikmittel zu verstehen, sondern als Teil einer umfassenden biographischen Erhebung, welche jedes Kind hinsichtlich seiner ganz individuellen Entwicklung im Sinne einer ideographischen Diagnostik betrachtet.“ Es ist sehr zu hoffen, dass das Potential dieser Software weiter entwickelt wird und sie damit sowohl theoretisch als auch methodisch noch besser und vielfältiger genutzt werden kann. D.Dickerhoff Dipl. Logopäde Logo Hamborn, Duisburg
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